Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Für viele Betroffene stellt die Suche nach einer geeigneten Behandlungsmöglichkeit eine Herausforderung dar, da der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein kann.1 Medizinisches Cannabis wird zunehmend als ergänzende Therapie zur Linderung der Symptome in Betracht gezogen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die in Cannabis enthaltenen Wirkstoffe hilfreich sein könnten. Für eine fundierte Empfehlung sind jedoch weitere Studien notwendig.
Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Häufig sind Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die genauen Ursachen sind noch unklar, aber hormonelle, genetische und immunologische Faktoren könnten eine Rolle spielen.
Häufige Symptome sind:
Nicht jede Frau hat alle Symptome. Bei Verdacht auf Endometriose solltest Du einen Arzt / eine Ärztin aufsuchen, um eine genaue Diagnose und eine auf Dich und Deine Bedürfnisse abgestimmte Behandlung zu erhalten.
Medizinisches Cannabis kann bei Endometriose unterstützend wirken, insbesondere durch die enthaltenen Wirkstoffe CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol). Diese beeinflussen das körpereigene Endocannabinoid-System, das unter anderem für die Regulation von Prozessen wie Entzündungsreaktionen und Schmerzempfinden verantwortlich ist.
Medizinisches Cannabis behandelt nicht die Ursachen der Endometriose, kann aber je nach Symptomatik Schmerzen und andere Beschwerden lindern. Hauptsächlich sekundäre Beschwerden, die durch chronische Schmerzen oder emotionale Belastung entstehen, können gezielt behandelt werden. Hier kann medizinisches Cannabis eine unterstützende Wirkung entfalten.
Die Dosierung sollte
Nur so kann eine effektive Wirkung erzielt und mögliche Risiken, Nebenwirkungen oder eine Abhängigkeitsentwicklung minimiert werden. Gezielt eingesetzt, kann medizinisches Cannabis die Lebensqualität der Betroffenen potenziell verbessern.
Bis heute gibt es keine allgemein wirksame Therapie zur Behandlung von Endometriose. Klassischerweise wird eine Hormonbehandlung eingesetzt. Diese wirkt jedoch nicht bei allen Frauen gleich gut und kann mit zunehmendem Alter und bei Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zu Nebenwirkungen führen.
Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass Cannabinoide vielversprechend sein könnten, um Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern.
Eine Umfrage in Australien und Neuseeland ergab, dass viele Betroffene Cannabis zur Selbstbehandlung ihrer Endometriose verwenden. Dadurch konnten sie die Einnahme von
reduzieren.
Die Ergebnisse zeigen zwar mögliche positive Effekte, haben jedoch eine begrenzte Aussagekraft. Um belastbare Empfehlungen auszusprechen, sind kontrollierte klinische Studien erforderlich.2
Die Ergebnisse einer retrospektiven Analyse deuten darauf hin, dass Cannabis bei
hilfreich sein könnte.
Die Forschenden stellten fest, dass Frauen Cannabis hauptsächlich inhalativ gegen Schmerzen und oral bei Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit und Erbrechen) verwendeten. Beide Anwendungen führten zu einer Linderung der Symptome.3
Wissenschaftler:innen haben eine systematische Überprüfung von Studien aus den Jahren 1990 bis 2021 durchgeführt und festgestellt, dass Cannabis eine positive Wirkung auf die Linderung von gynäkologischen Schmerzen, einschließlich Endometriose, haben könnte. Trotz positiver Ergebnisse können jedoch aufgrund unterschiedlicher Produkte, Dosierungen und Anwendungsformen keine klaren Aussagen getroffen werden.4
Die Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis hängen in erster Linie vom THC- und CBD-Gehalt der verwendeten Präparate ab. Insbesondere bei Produkten mit hohem THC-Gehalt können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Diese Nebenwirkungen treten in der Regel häufiger bei höheren Dosierungen auf.
Bei der Anwendung von CBD-Produkten zur Behandlung von Endometriose sind die Nebenwirkungen in der Regel weniger ausgeprägt. Häufige Nebenwirkungen sind
In Kombination mit anderen Wirkstoffen (z. B. THC) kann die Wirkung von Cannabis effektiver, aber auch mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden sein.
Wie und ob sich Cannabis auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Cannabis einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben könnte. Es fehlen jedoch ausreichende Studien, um diese Vermutung zu bestätigen.6 Vorsicht ist insbesondere bei Endometriose-Patientinnen mit Kinderwunsch geboten: Die Anwendung von medizinischem Cannabis zur Linderung der Beschwerden wird aufgrund unzureichender Belege für die Unbedenklichkeit nicht empfohlen. Eine Behandlung sollte immer in enger Absprache mit dem Arzt / der Ärztin erfolgen, um mögliche Risiken abzuwägen.
Bisherige Studien, Metaanalysen und Befragungen zeigen, dass medizinisches Cannabis speziell bei der Linderung von Schmerzen und gastrointestinalen Beschwerden bei Endometriose hilfreich sein kann. Die begrenzte Anzahl von Teilnehmerinnen in den Studien ist jedoch ein Hindernis, um eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Wenn Du selbst betroffen bist, besprich bitte mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin, welche individuellen Behandlungsmöglichkeiten in Deinem Fall in Betracht kommen.
THC kann helfen, Schmerzen und Übelkeit zu lindern. CBD wirkt vor allem entzündungshemmend. Eine Kombination beider Cannabinoide kann Synergieeffekte erzeugen und so die Wirksamkeit verstärken.
THC kann stärkere Nebenwirkungen hervorrufen als CBD. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von THC gehören Müdigkeit, Schwindel, Appetitveränderungen und Konzentrationsstörungen. Bei CBD sind leichte Magen-Darm-Beschwerden und Schwindel möglich.
Medizinische Cannabis-Präparate werden am häufigsten oral (z. B. CBD-Öl) oder inhalativ angewendet. Die orale Anwendung hat sich bei Magen-Darm-Beschwerden als wirksamer erwiesen, während die Inhalation bei Schmerzen potenziell schneller wirkt.
Die Langzeitsicherheit von Cannabis ist noch nicht vollständig geklärt. Bei längerem Gebrauch können Nebenwirkungen wie eine mögliche Abhängigkeit auftreten. Auch die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit sind noch unklar.
Die Wirkung von Cannabis ist abhängig von der Darreichungsform. Bei Inhalation tritt die Wirkung oft schon nach wenigen Sekunden bis Minuten ein, bei oraler Einnahme muss mit 30 bis 120 Minuten gerechnet werden.
Über die langfristigen Auswirkungen von Cannabis auf die Fruchtbarkeit von Frauen gibt es noch keine verlässlichen Studien. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Cannabis den Hormonhaushalt und die Eierstockfunktion beeinflussen könnte. Weitere Studien sind jedoch notwendig.